HALT HAST Prüfverfahren

HALT / HASS / HAST

HALT = highly accelerated limit test / highly accelerated life test
(stark beschleunigte Grenzlastprüfung / stark erhöhte Lebensdauerprüfung)

HASS = highly accelerated stress screening
(Sortierprüfung bei stark erhöhter Belastung)

HAST = highly accelerated stress test
(Prüfung bei stark erhöhter Belastung)

Das Ziel des HALT / HASS Verfahrens ist es, durch Erhöhung der Belastungsniveaus während der Prüfung eine kumulative Schädigung am Prüfling zu erzeugen, welche mit derjenigen vergleichbar ist, die in der über die Lebensdauer des Produkts für diese Art von erwarteter Belastung angenommen wird. So können schon in der Entwicklung (Prototypenphase) die Schwachstellen am Bauteil ermittelt und bis zur Markteinführung behoben werden.

Die Bestimmung der Zerstörungsgrenzen des zu prüfenden Produkts erfolgt über die stufenweise Erhöhung der Belastungsintensität, bis hin zum Ausfall (Step-Stress-Prüfverfahren). So werden während einer Grenzlast- bzw. Lebensdauerprüfung u.a. folgende Parameter ermittelt:

DLdestruct limit / Zerstörungsgrenze
LDLlower destruct limit / untere Zerstörungsgrenze
UDLupper destruct limit / obere Zerstörungsgrenze
OLoperating limit / Betriebsgrenze
LOLlower operating limit / untere Betriebsgrenze
UOLupper operating limit / obere Betriebsgrenze

Das HALT-Prüfverfahren dauert üblicherweise drei bis fünf Tage und bietet zahlreiche Vorteile:

  • Frühzeitiges und schnelles Erkennen von Konstruktions- und Fertigungsfehlern noch vor der Produktion
  • Reduzierung der Entwicklungszeit und Entwicklungskosten
  • Optimierte Produktqualität bei Markteinführung
  • Erhöhte Kundenzufriedenheit

Bei dem HASS Belastungstest werden Abweichungen im Fertigungsprozess überwacht und zerstörungsfrei geprüft. Hierzu werden die aus dem HALT-Prüfverfahren gewonnenen Erkenntnisse herangezogen, um das Prüfprofil für die HASS-Prüfung zu erstellen und um die aufgespürten Mängel endgültig zu beseitigen.

Das HAST-Prüfverfahren wird mitunter in der DIN-Norm DIN EN 60068-2-66 beschrieben. Diese verschärfte und beschleunigte Feuchteprüfung, erlaubt die Beurteilung des schädlichen Einflusses von feuchter Wärme auf die zu prüfenden Probanden (zu meist elektrotechnische, nicht hermetisch verschlossene Bauteile) innerhalb kürzester Zeit.

Ein typischer Schärfegrad setzt sich aus folgenden Parametern zusammen (Beispiel):
Beanspruchungstemperatur: 130°C
Relative Luftfeuchte: 85%
Beanspruchungsdauer: 48h

Um die genannten Prüfparameter zu erreichen, wird bei dieser Prüfung mit erhöhtem Dampfdruck von bis zu 4bar gearbeitet.

HALT / HASS

Anzahl Prüfstände:
1
Prüfraum:
(1.000 x 1.000 x 1.000)mm
Gradienten:
>70K/min (mit Stickstoff)
Temperaturbereich:
-100°C bis +250°C
Beschleunigungen:
Bis 50grms (in 6 Freiheitsgraden)
Frequenzbereich:
0 -10.000Hz

HAST

Anzahl Prüfstände:
1
Prüfraum:
(∅548x550)mm
Temperaturbereich:
50°C bis 162,2°C
Feuchtebereich:
75%rF bis 100%rF
Druck:
0,2bar bis 4bar
DIN EN 62506
Verfahren für beschleunigte Produktprüfungen
DIN EN 60749-4
Feuchte Wärme, konstant, Prüfung mit hochbeschleunigter Wirkung (HAST)
DIN EN 60749-24
Beschleunigte Verfahren für Feuchtebeständigkeit - Hochbeschleunigte Wirkung (HAST) ohne elektrische Beanspruchung
DIN EN 60068-2-66
Prüfung Cx: Feuchte Wärme, konstant (ungesättigter Druckdampf)
EIA/JEDEC JESD22-A110
Highly-Accelerated Temperature and Humidity Stress Test (HAST)
IPC-9592A
Requirements for Power Conversion Devices for the Computer and Telecommunications Industries
Automotive
u.a. Hyundai Kia Motors ES90000-05, JESD22-A110-B

Ihr kaufmännischer Ansprechpartner

Erika Meng
Vertrieb, Key Account

Tel.: +49 (0)9721 / 50 95 9 – 16
E-Mail: erika.meng@bpzs.de

Ihr Ansprechpartner für laufende Projekte

Thorsten Brändlein
Projektteam Versuch / Testing

Tel.: +49 (0)9721 / 50 95 9 – 37
E-Mail: thorsten.braendlein@bpzs.de

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